Hangzhou
Die Stadt Hangzhou haben wir bisher zweimal besucht, in den Jahren 2000 und 2001. Beim ersten Besuch sind wir am frühen Abend mit einer kleinen Maschine, von Guilin kommend, auf dem Rollfeld des Flugplatzes gelandet und haben uns gleich in die Abfertigungshalle begeben. Dort wartete seit Stunden unsere nun völlig entnervte Reiseleiterin. Sie beorderte unsere Busfahrer heran, der schon Feierabend gemacht hatte und nach Hause gefahren war. Nach einer weiteren dreiviertel Stunde, die wir am Busbahnhof verbrachten, enterten wir den Bus. Nach einer üblichen kurzen Vorstellung und Beschreibung der Stadt Hangzhou beglückte uns die Reiseleiterin mit einigen selbst gesungenen chinesischen (und, welche Freude, auch einem deutschen) Volksliedern.
Unser Fünf-Sterne-Hotel "Holiday Inn" war sensationell, 25 Stockwerke hoch und gerade erst fertiggestellt. Wir hatten also quasi die Ehre der ersten Nacht, standen ein bißchen verloren mit unserem Handgepäck und in Reisekleidung in der riesigen marmorblitzenden Lobby. Eine wunderschöne junge Pianistin begleitete unsere Bemühungen, möglichst schnell einzuchecken auf einem schwarzen Flügel. Wir hatten erfahren, dass es im Dachgeschoß einen Swimminpool gibt und wollten unbedingt noch schwimmen gehen. Henry hatte eher ein Auge auf die Kuchentheke geworfen, die neben anderen Köstlichkeiten aus Konditorhänden tatsächlich so etwas wie Schwarzwälder Kirschtorte anbot.
Als wir unser luxuriöses Zimmer bezogen hatten, holte uns die Unannehmlichkeit der Verspätung noch einmal ein, denn der Swimmingpool war mittlerweile geschlossen. Zum Ausgleich fanden wir im Dachgeschoß eine Bar, in der eine Band zum Tanz aufspielte. Wir lerntern einen alten philippinischen Ex-Kapitän kennen, der uns glückstrahlend von seinen früheren Fahrten nach Bremen und Hamburg erzählte. Wird fortgesetzt.
