Reisebericht China 2001zurück zum Shophome 

2001

Impressionen der dritten Reise

Wir hatten uns Zeit genommen in diesem Jahr, eine gute Gelegenheit, mal wieder etwas hinzu zu lernen. Ich hatte verschiedene Taiji Quan Seminare in Deutschland besucht; manche waren ganz nett, die meisten schlecht geleitet, einzig bei meinem chinesischen Lehrer Xu Li hatte ich Unterricht, von dem ich profitieren konnte. So wollte ich mit einer kurzen 24er Form im Yang Stil beginnen. Die ersten Trainingsstunden belehrten mich, dass in Shaolin auch beim Taiji Training nicht auf tiefe Stellungen verzichtet wird. Das hieß dann natürlich: Brennende Oberschenkelmuskulatur, die abends mit Shaolin Knochensalbe gepflegt werden mußte. Die Trainingsleitung hatte Shi Su Gang.

Meine Frau hatte mich bereits 2000 auf der Reise begleitet, nun nahm sie auch am Training teil. Wir hatten so die Gelegenheit, uns gegenseitig zu korrigieren und zu unterstützen, auch über den Trainingsaufenthalt hinaus. Sie war begeistert von der Ausstrahlung unseres Meisters Su Gang, seinen weichen, geschmeidigen Bewegungen. Man solle sich aber nicht täuschen, dies war Taiji Quan, Meister Su Gang ist seit vielen Jahren Sieger in allen Grappling-Wettbewerben beim Shaolin Wushu Festival.

Wir trainierten in diesem Jahr selten in der Halle, sondern nutzten die Temperaturen von über dreißig Grad im Schatten, um im Hof unsere 24er Form zu üben. Fußstellung und Handhaltung, gleichmäßiger Bewegungsfluß, gerader und freier Blick werden von Meister Su Gang immer wieder korrigiert. Nie wird es ihm zuviel, die ewig gleichen Bewegungen vorzuführen, damit wir sie uns einprägen können.

Ich habe an der Prüfung teilgenommen und bestanden: Schultnote befriedigend. Seither üben wir die Form auch in Deutschland weiter, sie ist eine gute Ergänzung zu unserem harten Gong Fu Training.

Meister Su Gangs Meisterschüler ließen es sich im Anschluß nicht nehmen, zu zeigen, was sie bei ihm gelernt haben und wie sie die Bewegungen interpretieren.