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Der
erste Schritt: Den Himmel stützen und die Erde heben, damit sich
das ‚Sanjiao’ erholt.Stelle dich gerade hin, Brust heraus und Gesäß
zusammen. Blicke geradeaus und lockere dein Kinn ein wenig. Deine linke
und rechte Hand sind, ebenso wie deine Fersen und Zehen, zueinander parallel,
deine Arme und Beine bilden eine Linie. (Fig. 1-1)Strecke deine Arme schrittweise
nach links und rechts und hebe deine Handflächen in einer kreisartigen
Bewegung an. Wenn sich deine Hände über deinem Kopf treffen,
greife mit deinen Händen ineinander, die Handflächen außen.
Achte hierbei darauf, dass du deine Hände kräftig nach oben
streckst. Du blickst auf deinen Handrücken, den Hals gestreckt. Jetzt
lehnst du deinen Oberkörper ein bisschen nach vorne und beugst dich
herunter, sodass deine Handflächen den Boden berühren. Hierbei
gilt: Je niedriger, desto besser, allerdings müssen deine Beine noch
immer gestreckt sein. Richte dich nun langsam wieder auf und strecke deine
Arme nach links und rechts aus, wobei deine Hände wieder einen Kreis
beschreiben.
(Fig. 1-2) Der zweite Schritt: Fünf Arten der Anstrengung
und sieben Arten der Schwächung um Zurückzublicken.Stehe aufrecht,
während du deinen Kopf langsam nach rechts drehst und dabei stets
in die entgegengesetzte Richtung blickst, in etwa, als wolltest du deinen
linken Fuß fokussieren. Während du den Kopf drehst, strecke
die Brust heraus. Achte darauf, dass deine Schultern gerade sind und drehe
den Kopf zurück. (Fig. 1-3)Drehe deinen Kopf langsam nach links,
wieder in die entgegengesetzte Richtung blickend, und wieder zurück.
(Fig. 1-4) Der dritte Schritt: Drücke das Fenster und blicke
zum Mond um das Feuer im Herzen zu vertreiben.Nimm die Reiterstellung
ein, Brust heraus, Rücken gerade, Blick nach vorne gerichtet. Deine
Hände müssen, zu Fäusten geballt mit dem Handrücken
nach unten, an deiner Hüfte anliegen.
(Fig. 1-5) Mache einen Ausfallschritt, das linke Bein gebeugt und das
rechte gestreckt. Du greifst mit deiner linken Hand nach links und streckst
deinen rechten Arm, mit der Handfläche nach außen, nach rechts
aus, wobei du gleichzeitig deinen Körper mitdrehst. Halte diese Position
und ‚sieh den Mond an’. Beuge dein rechtes Bein nach unten und strecke
es aus. Führe jetzt die Ausfallschrittbewegung mit deinem anderen
Bein aus, diesmal greifst du natürlich mit deiner rechten Hand nach
rechts und streckst deinen linken Arm nach links, drehe auch hier deinen
Körper mit. Dein Blick ist auf deine linke Handfläche gerichtet.
Mache mit deinem linken Bein einen Schritt vor und kehre wieder in die
aufrechte Position zurück. (Fig. 1-6) Der vierte Schritt: Nichts
greifen und nichts schlagen um die Lebensenergie zu meistern.Nimm die
Reiterstellung ein und führe mit deiner Rechten einen Schlag auf
Höhe deiner Schulter nach vorn aus, Handrücken nach oben. Kurz
bevor dein Arm ganz gestreckt ist, streckst du deine Finger aus und tust
so, als ob du etwas mit deiner Hand ergreifst, wonach du deine Hand wieder
schnell in die Ausgangsstellung zurückziehst. deine linke Hand bleibt
an der Hüfte. Führe das gleiche auch für die linke Hand
aus, solange bis du erschöpft bist. Danach ziehst du deinen linken
Fuß zurück und stellst dich wieder aufrecht hin. (Fig. 1-7)
Kurze Einleitung 1.Die
Kunst der vier Schritte ist eine der grundlegenden Künste der 72
vollendeten Künste des inneren und äußeren Gongfu, die
insgeheim dem Shaolin-Tempel auf dem Song-Berg in der Provinz Henan überliefert
worden sind. Verglichen mit den „Achtzehn Arhat-Händen (Achtzehn
Lohan) Da Mos und Yue Wumus Acht-Schritt-Übung sind sie anders abgestimmt,
aber auf gleichem Niveau.
2.Das ‚Sanjiao’ (Dreifach-Brenner) im ersten Schritt bezieht sich auf
das obere Jiao, das mittlere Jiao und das untere Jiao. Die Jiao unterteilen
den Körper in drei Bereiche. Das obere Jiao liegt über dem Zwerchfell
und Herz sowie Lunge gehören dazu. Das mittlere Jiao liegt zwischen
dem Zwerchfell und dem Nabel, die wichtigen inneren Organe sind hier Milz
und Magen. Das untere Jiao liegt unter dem Nabel, zu ihm gehören
Leber, Nieren, Blase und Eingeweide. Das Sanjiao ist der Kanal, durch
den die Lebensenergie und das Blut fließen. Es ist für den
gesamten Fluss innerhalb des Körpers verantwortlich. Aus diesem Grund
ist es für das Meistern der Shaolin-Techniken wie z.B. die Kunst
der 18 Schritte und die Kunst der vier Schritte notwendig, dass die Schüler
mit dem ‚Erholen des Sanjiao’ beginnen.
3.Der Schlüssel zu dieser Technik ist, wie die Meister des Shaolin
sagen, dass man sich, obwohl die Kunst der vier Schritte recht kurz ist,
ruhig bleibt und sich einzig und allein auf die Übung konzentriert
und leicht atmet. Man darf die Luft nie anhalten oder den Fluss der Lebensenergie
ins Stocken bringen. Bevor man sich herunter beugt, sollte man besser
tief einatmen. Während man ‚den Himmel mit beiden Händen stützt’
sollten die Finger nicht ineinander verschränkt sein, sodass die
Energie auch zu den Fingerspitzen fließen kann. Falls möglich,
sollte man seine Fersen anheben. Während die Handflächen flach
auf der Erde aufliegen, sollte man nicht verkrampfen, sondern locker bleiben,
damit die Nieren keinen Schaden nehmen. Habe keine Angst davor, zu trainieren
und brich das Training nie auf halbem Wege ab. Die Bewegungen sollten
energisch und langsam erfolgen. Sei nicht darauf bedacht, irgendeinen
der Schritte schneller zu machen als vorgesehen. Je aufmerksamer und sorgfältiger
du in der Ausführung der Übungen bist, desto besser werden die
Ergebnisse. Werde nach Erfolgen nie selbstgefällig. Demut ist eine
der grundlegenden Fähigkeiten, die es im Wushu zu meistern gilt.
4.Anmerkung: „Das Wesen des Shaolin Wushu“ des Großmeisters des
Shaolin-Tempels , Da Mo, hielt folgendes fest: „Zuerst sollte man ein
gut durchlüftetes, sauberes und helles Haus haben. Stelle dich nicht
gegen den Wind. Zweitens, falls es stark regnet, stürmt oder donnert,
stelle das Training ein. Drittens, man kann jeden Tag von 5-7 Uhr, von
11-13 Uhr und von 17-19 Uhr trainieren. Dieses Training sollte man gewissenhaft
verfolgen. Es gibt keinen Grund, es häufiger oder seltener zu machen.
Hat man viel zu tun, kann man morgens und abends trainieren. Denke daran,
vor dem Training nichts zu essen, da sonst die Lebensenergie nicht ausreichend
gut fließen kann und man sich schadet. Viertens, übertreibe
das Training nicht. Sei natürlich. Fünftens, nimm keine Medizin
während des Trainings, anderenfalls wird die Lebensenergie nicht
mehr frei fließen kann. Sechstens, vermeide Alkohol und Sex während
der ersten drei Monate des Trainings. Je schwächer man ist, desto
länger muss darauf verzichten.“
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